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Neues Deutschland: Zum Auftritt Barack Obamas in Berlin

    Berlin (ots) - Der geplante Auftritt von Barack Obama in Berlin erhitzt weiter die politischen Gemüter in Deutschland. Nachdem die Bundeskanzlerin sich erfolgreich zur Brandenburger Torhüterin aufgeschwungen hat, wollen CDU und FDP dem US-Präsidentschaftskandidaten nun auch den »Großen Stern« versperren: Die dortige Siegessäule böte eine »unglückliche Symbolik«. Sie ist von Hitler auf diesen Platz umgestellt worden, erinnert FDP-Vize Brüderle. Und CDU-Vize Schockenhoff assistiert: Sie ist dem Sieg über Nachbarn gewidmet, die heute unsere Freunde und Verbündete sind. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass den deutschen Konservativen jedes Argument tauglich ist, um gegen eine Obama-Rede in Berlin zu stänkern, jedenfalls solange er nicht im Weißen Haus sitzt. Dass dahinter auch rassistische Vorurteile nisten, würden sie sicher bestreiten. Haben sie aber solchen Einwand vorgebracht, als die Viertel- und Halbsiege deutscher Fußballer vom Brandenburger Tor bis zur Siegessäule zelebriert wurden? Dennoch: Sie haben recht, die deutschen Konservativen - diese Säule ist ein Monster deutscher Kriegsverherrlichung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Konsequent wäre jedoch, sie nicht für öffentliche Auftritte zu sperren, sondern abzureißen - wie es nach 1945 der Berliner Magistrat wollte. Wie schnell würden Brüderle, Schockenhoff & Co. da wohl zu dem zurückfinden, was sie sind: Verteidiger von deutschem Glanz und Gloria vor »fremdem« Zugriff.

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