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Neues Deutschland: Zu den Vorwahlen in den USA

    Berlin (ots) - Die erste Frage ist geklärt: Barack Obama ist der demokratische Kandidat für die USA-Präsidentschaft. Nun wird fleißig die zweite Frage diskutiert: Wer wird sein Vize? Obama sollte nicht unbedingt auf seine bisherige Kontrahentin hören. Hillary Clinton will den Job und vieles spricht für sie. Die beiden Parteiflügel würden wiedervereint, Clinton würde für die Stimmen der Latinos, der Arbeiterschichten und der älteren Frauen sorgen, bei denen Obama bislang einen schweren Stand hatte. Auf Clintons Hilfe zu verzichten, wäre daher ein großes Risiko. Jedoch spricht auch viel gegen eine Obama-Clinton-Kombination. Obamas Wahlkampfthema war von Anfang an der grundlegende Wandel. Die Bürger sind müde von allem Taktieren und dem laschen Umgang mit der Wahrheit, für den die letzten 20 Jahre Bush-Clinton-Bush stehen. Nur deshalb hat Obama überhaupt gewonnen. Hillary ins Weiße Haus zu holen, passt nicht zu dieser Botschaft. Sie wäre doch nur der neue Dick Cheney, die Drahtzieherin, die Karrieristin. Das hat sie in ihrer Rede am Dienstagabend wieder bewiesen. Anstatt den Sieg Obamas anzuerkennen, wiederholte sie, dass sie - nach eigener obskurer Rechnung - die meisten Stimmen erhalten habe. So will sie die Aufgabe ihrer Kampagne zu einem möglichst hohen Preis verkaufen - Taktik à la Washington. Hillary als Vize wäre wohl der sichere Wahlsieg für Obama, aber auch das Ende seiner Vision. Es wird sich zeigen, wie ernst es ihm damit war.

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