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Neues Deutschland: zum Wahlausgang in Paraguay

    Berlin (ots) - Der Traum vom anderen Paraguay hat begonnen: Seit 1947 stellte die Colorado-Partei den Präsidenten, ob in der Stroessner-Diktatur (1954-1989) oder in der Demokratur davor und danach.  Damit ist es nun für mindestens fünf Jahre vorbei - so lange dauert die Amtszeit des frisch gewählten Befreiungstheologen Fernando Lugo, direkte Wiederwahl verfassungsgemäß ausgeschlossen. Das Aufatmen und der Jubel über das Ende einer Epoche bestimmte am Wahlabend das Bild in der Hauptstadt Asunción. Auf dem Land war das nicht anders: 40 Prozent der paraguayischen Bevölkerung sind Kleinbauern und damit Opfer der extrem ungleichen Landverteilung und des einseitig auf den Sojaexport ausgerichteten Agrarmodells. Für sie beinhaltet der Traum vom anderen Paraguay schlicht das Ende von Landraub, Vertreibung und Verelendung. Ihr Hoffnungsträger heißt Lugo. Lugo hat keine Revolution versprochen, jedoch Armut und Korruption den Kampf angesagt. Rationale statt radikale Programme lautet sein Credo. Dafür hat er die Mehrheit der Paraguayer hinter sich, nicht jedoch die alten Eliten. Und ohne Parlamentsmehrheit für das eigene Lager ist Lugo zu Kompromissen gezwungen. Die von Jahr zu Jahr wachsende Zahl der Unzufriedenen hat Lugo den Wahlsieg beschert. Nun muss er erfolgreich zwischen ihren Bedürfnissen und den teilentmachteten Eliten vermitteln. Einfach ist anders.

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