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NRZ: "Öxit" oder Chance zum Wandel - ein Kommentar von MANFRED LACHNIET

Essen (ots) - Man staunt nur noch: Erst jubelte die Welt über den knappen, aber guten Sieg des Grünen Alexander van der Bellen. Nun aber wiederholen die Österreicher ihre Präsidenten-Wahl. Sofort denkt man an die Briten. Wählen die jetzt auch noch einmal? In Europa scheint derzeit vieles möglich. Ärgerlich ist in Österreich, dass jetzt ausgerechnet jene vom Rechtsstaat profitieren, die ihm am härtesten zusetzen. Norbert Hofer mit seiner rechts-populistischen FPÖ darf sich über eine zweite Chance freuen. Der Rest des Landes muss um die politische Ausrichtung der Alpenrepublik bangen. Und das alles, weil in den Wahllokalen nach allen Regeln der Kunst geschlampt wurde. Wie kann so etwas in einem modernen Staat passieren? Dennoch: An der Wiederholung der Wahl geht kein Weg vorbei. Schon gleich nach der Wahl am 22. Mai schürten die Rechten das Gerücht von der Manipulation. Eine üble Methode, die in der Bevölkerung immer Spuren hinterlässt. Dann lieber Neuwahlen. Wer positiv denkt, baut auf das Einsehen vieler FPÖ-Wähler. Der feige Abgang des britischen Populisten Boris Johnson sollte ihnen eine Lehre sein. Sicher ist das aber nicht.. Sollte Norbert Hofer dennoch obsiegen, dann wird schon bald vom "Öxit" die Rede sein, dem Austritt Österreichs aus der EU. Die Folgen sind kaum auszumalen. Allein diese Vorstellung sollte möglichst viele zur Wahlurne treiben. Gerade das junge Österreich muss diese Wahl als Chance zum Wandel in der Gesellschaft begreifen. Was nicht passieren darf: ein ähnlich knappes Ergebnis wie bei der letzten Wahl. Die Menschen in Österreich müssen klare Kante zeigen, welchen Weg sie in Europa und der Welt gehen wollen.

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