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NRZ: Die Gräben sind noch tief - ein Kommentar von MICHAEL MINHOLZ

Essen (ots) - Jetzt wird es also auch NRW mit Wucht treffen. Flächendeckende Warnstreiks bei Bus und Bahn, bei Kitas, bei der Müllabfuhr. Wieder mal. Auch vielen Flugreisenden steht eine möglicherweise harte Woche bevor, weil es im Tarifstreit zwischen den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und den Arbeitgebern derzeit kein Vorankommen gibt. Die Gräben, die Verdi und die Arbeitgeber bei ihren Verhandlungen überwinden müssen, sind noch ziemlich tief. Sechs Prozent mehr verlangt die Gewerkschaft. Drei Prozent, gestreckt auf zwei Jahre, haben Bund und Kommunen inzwischen geboten. Ob die Forderung der einen Seite nun provokanter ist als das Angebot der anderen, sei dahingestellt. Fest steht, dass bis zum Handschlag sicherlich noch die ein oder andere Verhandlungsrunde gedreht werden muss. Was viele Menschen - beispielsweise Eltern, die ihre Kinder nächste Woche nicht mehr in die Kita bringen können - nachvollziehbar nervt, ist der rituelle Charakter, mit dem die Arbeitsniederlegungen mittlerweise durchgezogen werden. Aber das müssen wir aushalten. Streiks sind für die Arbeitnehmerseite das einzige echte Druckmittel, um Forderungen Nachdruck zu verleihen. Und von einem längerfristigen Streik sind wir zum Glück noch entfernt. Gewerkschaften und Arbeitgeber sind allerdings in der Pflicht zu deeskalieren, wirklich nach einem Kompromiss zu suchen. Zustände wie im vergangenen Jahr, als Kitas wochenlang geschlossen blieben, kann niemand wollen.

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