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NRZ: Ruhrbischof Overbeck sieht weltweiten "sozialen Klimawandel" - und die Flüchtlingshilfe als "Reifeprüfung"

Essen (ots) - Die "moderne Völkerwanderung", die in hiesigen Breiten als Flüchtlingskrise wahrgenommen wird, ist für Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck Vorbote eines weltweiten "sozialen Klimawandels": Zu glauben, "man könnte die Entwicklung wie ein Schlechtwettergebiet überstehen, indem man sich abschottet von all den Veränderungsprozessen, und danach scheint wieder die Sonne über der alten Welt", sei ein grundlegender Irrtum, sagte der 51-jährige Overbeck jetzt in einem Interview mit der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (Dienstagsausgabe). Den verständlichen Ängsten und Sorgen auch vieler Christen begegnet der Hirte von rund 817 000 Katholiken an Rhein, Ruhr und Lenne zugleich mit unerschütterlichem Optimismus. Zustrom und Integration Hunderttausender Flüchtlinge in den Griff zu bekommen, nannte Overbeck eine Art "Reifeprüfung" für die wohlstandsverwöhnten Deutschen: "Nachdem wir der Welt vor nicht langer Zeit wenig ruhmreich vorexerziert haben, was es heißt, zu kämpfen, werden wir jetzt zeigen, was es bedeutet, zu helfen", betonte der Ruhrbischof - und machte sich das geflügelte Wort der Bundeskanzlerin zueigen: "Wir schaffen das." Zugleich warnt Overbeck davor, für einen vermeintlichen Weg aus der Krise aufkeimenden politischen "Bewegungen und Glücksversprechern" zu folgen, "die glauben, Vereinfachung wäre die Lösung der Stunde". Auch dürfe die Gesellschaft über der Hilfe für die Flüchtlinge aus aller Welt nicht die Armen und Bedrängten hierzulande aus den Augen verlieren: "Es gibt so viele, die echte Not haben - denen werden wir weiter beistehen müssen.

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