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NRZ: Merkel ist nun in Marxloh im Wort - Bürger helfen, Staat versagt. Leitartikel von Manfred Lachniet

Essen (ots) - Natürlich wird Marxloh sich nach dem Merkel-Besuch nicht gleich verändern: Die Armut wird bleiben, die mangelnde Bildung, die Bedrohung von Polizisten wie die unsäglichen Zustände in Straßen und Häusern. Die Kanzlerin kann eben keine Wunder vollbringen. Beeindruckt wird sie sein, wie viele Frauen und Männer es in Marxloh gibt, die trotz aller Widrigkeiten für ihren Stadtteil kämpfen. Die sich um vernachlässigte Kinder kümmern; die nicht aufgeben, sondern immer wieder eine sinnvolle Lösung finden. Ihnen gebührt der größte Respekt. Und es geht ja nicht nur um Marxloh: Viele Städte in unserer Region haben ihre Problemfälle. Diese engagierten Helfer tun genau das, was der Staat bisher sträflich versäumt hat. Problem-Stadtteile entstehen eben nur dann, wenn man es zulässt. Wer einfach nur zusieht, wie Schlepper und Spekulanten Mehrfamilienhäuser aufkaufen, um sie an die Ärmsten der Armen aus Südosteuropa zu vermieten, darf nicht über Verwahrlosung klagen. Wer zulässt, dass die Zahl der Wachen und die Polizeipräsenz in den Stadtteilen abnimmt, spielt Kriminellen in die Hände. Wer die Kinder nicht fürsorglich behandelt und bildet, der wird Gewalt und Verrohung ernten. All dies wird Merkel sicherlich wissen, genauso wie viele Verantwortliche in Stadt, Land und Bund. Doch es geschieht viel zu wenig! Wenn der Besuch der Kanzlerin kein Publicity-Rummel gewesen sein soll, dann muss aus ihrem Bürger-Gespräch konkrete Hilfe für Problemstadtteile folgen. Wer medienwirksam den Kümmerer gibt, muss auch die nötigen Mittel im Gepäck haben.

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