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NRZ: Gefahr von rechts nicht unterschätzen - ein Kommentar von JAN JESSEN

Essen (ots) - Die Razzien gegen die Neonazi-Vereinigung "Oldschool Society", kurz OSS, sollten nicht überbewertet werden. Das war kein Schlag gegen eine klandestin operierende Terrororganisation nach dem Muster des NSU, sondern einer gegen eine Bande öffentlich hetzender Nazi-Hooligans. Wer auf einer Facebook-Seite in übelster Art gegen Fremde und den Staat agitiert, macht es den Sicherheitsbehörden leicht. Den Vorgang kleinzureden, wäre aber falsch - er zeigt beispielhaft, wie Radikalisierung im Netz funktioniert, wie sich dort Menschen gegenseitig in ihrem Hass bestärken und schließlich bereit sind, hasserfüllte Worte in die Tat umzusetzen. In einer Zeit, in der viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, haben Menschenfeindlichkeit und Neonazismus im Netz Hochkonjunktur, auf zig Seiten kübeln Rechtsradikale ihren Dreck in die virtuelle Welt. Die braune Gefahr schwappt in die reale Welt über - Nazis treten immer unverfrorener auf, die Anschläge auf Flüchtlingsheime und die Übergriffe auf Andersdenkende und Fremde nehmen deutlich zu.

Bei allen notwendigen Debatten über die Gefahren des dschihadistischen Salafismus wird leicht vergessen, dass es in den vergangenen Jahren fast ausschließlich Rechts-Terroristen waren, die in Deutschland Menschen ermordet haben.Mit den bundesweiten Razzien gegen die OSS mögen die Sicherheitsbehörden vielleicht Anschläge verhindert haben, sicher aber haben sie ein Zeichen gesetzt. Die Gefahr von rechts wird nicht unterschätzt. Ein wichtiges und richtiges Signal.

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