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NRZ: Es könnte einsam um Israel werden - ein Kommentar von CHRISTIAN PETERS

Essen (ots) - Israel hat gewählt. Frei und unabhängig, wie es sich für eine funktionierende Demokratie gehört. Selbstredend, dass das Votum der Menschen im jüdischen Staat zu respektieren ist. Und dennoch: Leicht macht es das kleine Land am Mittelmeer seinen europäischen und amerikanischen Partnern nicht. Also wieder Benjamin Netanjahu. Und man muss kein Prophet sein: Seine künftige Regierung aus rechtsnationalen und religiösen Parteien wird das Land weiter einmauern. Ja, wahrscheinlich sind erste Analysen sogar richtig, die besagen, die Mehrheit habe sich für den Weg der Sicherheit entschieden. Doch es wird eine steinige Straße sein, auf der das politische Israel vor allem international künftig läuft. Für einen kurzfristigen innenpolitischen Sieg hat Netanjahu quasi seine Außenpolitik geopfert.

Immerhin weiß der Westen, woran er mit diesem Premier ist: Schluss mit Friedensgesprächen und dem palästinensischen Traum von einem eigenen Staat. Schluss mit der Hoffnung, das zerrüttete Verhältnis zum eigentlich engsten Verbündeten USA wieder zu kitten. Und Schluss mit dem Wunsch der UN-Vetomächte und Deutschlands, Israel in eine (alternativlose) Lösung des Atomstreits mit dem Iran einbinden zu können. Schade. Es könnte einsam um Israel werden.

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