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NRZ: Wirtschaft sendet ein Warnsignal - ein Kommentar von PETER HAHNE

Essen (ots) - Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr geschrumpft. Das ist keine Rezession, auch noch kein düsterer Vorbote, aber es ist ein Warnsignal. Eine Rezession steht vermutlich nicht ins Haus, weil die Wachstumskräfte grundsätzlich intakt bleiben. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich stabil, die Löhne steigen, die Leute kaufen ein. Zuletzt hat vor allem der private Konsum die Konjunktur belebt. Das ist eine sehr erfreuliche Botschaft: Exportrückgänge wie jetzt im zweiten Quartal lassen sich durch die kräftige Binnenkonjunktur heute viel besser verkraften als früher, als die deutsche Wirtschaft auf Gedeih und Verderb von den Ausfuhren abhängig war. Auf zwei Beinen steht es sich eben besser. Und doch: Allmählich macht sich auch hierzulande bemerkbar, dass die Nummer zwei und drei in Europa, Italien und Frankreich, nicht nur unter einer zeitweiligen Flaute, sondern unter einer nachhaltigen Schwäche ihrer Wirtschaft leiden. Deutschland ist eben keine Insel - wenn zwei große Handelspartner straucheln, strahlt das auf Dauer auch auf die hiesige Industrie ab. Ein Warnsignal ist die Wachstumsdelle vor allem deshalb, weil private Investitionen zurückgingen. Dahinter steckt zwar teils ein statistischer Effekt - trotzdem erkennt man, dass sich die Unternehmen zurückhalten. Der Krieg in der Ostukraine, die Auseinandersetzungen mit Russland, eine noch immer nicht gelöste Eurokrise - wer Risiken sucht, muss nicht lange suchen. Ein Wunder, wenn das nicht auf die Stimmung in der Wirtschaft schlüge!

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