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NRZ: Kommentar zu von der Leyen

Essen (ots) - Wäre Ursula von der Leyen die beste Wahl für das Amt der Bundespräsidentin? Zweifel sind erlaubt. Schon weil die hastige Kandidatenkür der Berufung von "Horst Wer?" vor sechs Jahren verdächtig ähnelt. Damals hatten sich Merkel und Westerwelle im Alleingang auf den unbekannten Technokraten Köhler geeinigt - quasi als erstes schwarz-gelbes Projekt. Ihre Personalauswahl war unbedacht, wie wir spätestens seit dieser Woche wissen. Das deprimierende Scheitern von Horst Köhler an sich selbst, aber auch am demonstrativen Desinteresse der Bundesregierung an seinem Amt, war ein Offenbarungseid, der die Vertrauenskrise der Demokratie verstärkt hat. Bei der aktuellen Kandidatenkür dürfen reine Parteiinteressen nicht wieder den Ausschlag geben. Unser Land braucht in dieser schwierigen Zeit einen Bundespräsidenten, der ein Vorbild für alle Menschen ist und von möglichst vielen Parteien akzeptiert wird. Das setzt einen Konsens mit SPD und Grünen voraus. Angesichts der gewaltigen Aufgaben vor denen wir stehen, wäre es sehr zu wünschen, wenn die Parteien endlich beginnen würden nach dem zu suchen, was sie verbindet, anstelle fortwährend zu betonen, was sie trennt. Dazu eignet sich die Tagespolitik nicht, die Nominierung eines Kandidaten für das höchste Staatsamt aber gewiss.

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