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NRZ: Linkspartei-Chef Lafontaine baut "keine Feindschaft zur SPD auf"

    Essen (ots) - Berlin. Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine baut nach eigenen Worten "keine Feindschaft zur SPD auf". Er empfinde auch keine "Schadenfreude", sagte er der in Essen erscheinenden Neuen Ruhr/Rhein Zeitung (Samstag). "Wenn Kurt Beck Gesprächsbedarf hat, wird er sich melden", sagte Lafontaine. Bisher herrsche "Funkstille". Die SPD befinde sich in einem "Klärungsprozess". Beck habe mit der Öffnung zur Linken einen "Fehler korrigiert". Seine Strategie, die Linke im Osten zu akzeptieren, aber im Westen zu schneiden, sei fehlgeschlagen. Er beobachte mit Interesse, dass die Chefin der NRW-SPD Hannelore Kraft sich nicht festlege, sondern erst nach einer Wahl über Koalitionen reden wolle. "Das ist die richtige Herangehensweise", sagte er.

        Den Forderungen seines Co-Vorsitzenden Lothar Bisky nach einer
Aufarbeitung der DDR-Geschichte steht er skeptisch gegenüber. Die PDS
habe das seit 1989 intensiv betrieben. "Im übrigen haben
Gewerkschafter und frühere SPD-Mitglieder keinen Anlass, sich in
besonderer Weise mit dem Stalinismus auseinanderzusetzen", sagte
Lafontaine. Er versicherte aber, für den Bundestag und die Landtage
werde die Linke keine DKP-Mitglieder mehr aufstellen. Auf die Liste
kämen nur eigene Mitglieder oder Parteilose. Für Lafontaine ist die
Debatte über DKP-Mitglieder eine "Diskussion der Vergangenheit". Die
SPD habe mit Herbert Wehner und Ernst Reuter Politiker gehabt, die
bei der kommunistischen Partei gewesen seien. Auch einige
Spitzen-Grüne kämen aus dem kommunistischen Bund, erinnerte
Lafontaine und fügte hinzu: "Wir haben eine ehemalige
FDJ-Funktionärin als Kanzlerin."

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