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Westfalenpost: Kommentar zu Schröder/Rosneft

Hagen (ots) - Wie abhängig Rosneft vom Moskauer Kreml ist, belegt die Tatsache, dass Altkanzler Gerhard Schröder per Regierungsdekret für einen Vorstandsposten bei dem russischen Energiekonzern vorgeschlagen wurde. Präsident Wladimir Putin, den Schröder einst als "lupenreinen Demokraten" adelte, lässt alte Kumpel halt nicht hängen. Was macht es schon, dass Rosneft nur wachsen konnte, weil Michail Chodorkowski, Putin-Kritiker und Chef einer privaten Konkurrenz-Firma, nach einem Schauprozess für zehn Jahre ins Gefängnis gesteckt wurde... Selbstverständlich ist diese Personalie aber mehr als ein Freundschaftsdienst: Hier geht es knallhart um politisches Kalkül. Putin braucht Leute im Westen, die sich bei der Ukraine-Politik auf seine Seite schlagen und die EU-Sanktionen gegen Russland möglichst aus den Angeln heben. Auf den gut vernetzten SPD-Politiker aus Deutschland ist in dieser Hinsicht Verlass; er entwickelt erstaunlich viel Verständnis für das völkerrechtswidrige Vorgehen der Russen. Gerhard Schröder macht längst seine eigene Politik. Niemand kann ihm verbieten, den lukrativen Rosneft-Job anzutreten. Allerdings sollte er sich bewusst sein, dass er damit einen neuen Tiefpunkt der politischen Moral markieren würde.

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