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Westfalenpost: Verbale Abrüstung ist dringend geboten
Kommentar von Dirk Hautkapp zum Verhältnis USA - Nordkorea

Hagen (ots) - "Nordkorea wird die größte politische Baustelle Deiner Amtszeit." So in etwa hatte es Vorgänger Obama, der sich bei der Einhegung des atomaren Expansionsdrangs von Diktator Kim Jong Un nicht mit Ruhm bekleckert hat, dem neuen Mann im Weißen Haus im vergangenen Winter prophezeit. Nach der jüngsten Krawall-Episode im Krieg der Worte zwischen Washington und Pjöngjang mehren sich die Anzeichen, dass der politische Hasardeur Trump dieser Aufgabe mental und strategisch nicht gewachsen ist. Wegen absehbar apokalyptischer Folgen in Asien und darüber hinaus verbietet sich jedes militärische Zündeln im Nordkorea-Konflikt. In einer Region mit 75 Millionen Menschen kann ein einziger Raketenangriff eine globale Kettenreaktion auslösen. Nur Sanktionen, diplomatische Standfestigkeit und am Ende direkte, für beiden Seiten gesichtswahrende Verhandlungen unter Einbindung der Vereinten Nationen dürfen bei rationaler Betrachtung im Mittelpunkt stehen. Und wasserdichte Fakten. Die Ursünde um die von Amerika folgenschwer herbei gelogenen Massenvernichtungswaffen im Irak darf sich nicht wiederholen. Bis zum Beweis des unabhängig überprüfbaren Gegenteils sind Zweifel angebracht, wenn die USA Nordkorea plötzlich über Nacht die technologische Befähigung zu einem atomaren Erstschlag andichten. Trumps martialische Wortwahl löst noch keinen Krieg aus. Aber sie begünstigt Missverständnisse, falsche Interpretationen, Überreaktionen. Verbale Abrüstung ist darum dringend geboten.

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