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Westfalenpost: Entwicklung der Schülerzahlen

Hagen (ots) - So schnell ändern sich die Perspektiven: Seit Jahren kalkulieren Stadtplaner und Bildungspolitiker mit deutlich sinkenden Schülerzahlen, jetzt erzählt ihnen die Bertelsmann Stiftung, dass sie auf dem Holzweg sind. Weil die Geburtenrate seit 2012 kontinuierlich steigt (wenn auch nur langsam) und weil hunderttausende Flüchtlinge in unser Land gekommen sind, müssen in Zukunft viel mehr junge Menschen unterrichtet werden als erwartet. Klingt logisch. Die Bertelsmann-Experten rechnen mit ein paar Unbekannten: Niemand kann sagen, wie sich Geburtenrate und Migration entwickeln, doch im Grundsatz dürften sie mit ihrer Einschätzung richtig liegen. Mit allen (kostspieligen) Folgen. Die Politik ist ein langsames System. Es wird Jahre dauern, bis aktuelle Beschlüsse in die Tat umgesetzt werden können. Deshalb ist es gut, dass die Studie nun auf den dramatisch steigenden Finanz- und Personalbedarf aufmerksam macht. In NRW stellt sich das Problem in ganz besonderer Weise. Das Land kehrt zum Abitur nach neun Jahren zurück. Zudem hat Schwarz-Gelb zugesagt, die Lehrerversorgung auf 105 Prozent in die Höhe zu schrauben. Woher all die Pädagogen kommen sollen, ist fraglich. Schon heute können viele Schulen freie Stellen nicht besetzen. Die neue Landesregierung läuft Gefahr, ihre Versprechen zu brechen. Zudem wird es langsam Zeit, dass sie Preisschilder an ihre zahlreichen Projekte hängt. Denn bezahlen muss der Bürger. Fest steht, dass wir eine nachhaltige Bildungspolitik benötigen. Wenn die jeweiligen Landesregierungen im Rhythmus von Legislaturperioden sämtliche Pläne über den Haufen werfen, sind langfristige Planungen unmöglich. Das schadet den Schülern.

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