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Westfalenpost: Kommentar zur Leiharbeit

Hagen (ots) - Leiharbeit bleibt ein umstrittenes Arbeitsmarkt-Instrument. Der Sinn war und ist, auf Auftragsspitzen flexibel reagieren zu können, ohne Arbeitsplätze aufbauen zu müssen, die absehbar nicht von Dauer wären. So weit die Theorie. Dauereinsatz von Leiharbeitnehmern, beispielsweise in der Automobilbranche (BMW, Daimler...) haben die Politik auf den Plan gerufen und waren Antrieb für die Gesetzesnovelle, die am 1. April dieses Jahres in Kraft trat. Ergebnis: vielleicht gut gemeint, aber sehr schlecht umgesetzt. Beim Thema Leiharbeit hat die Bundesregierung mit der Regelung zur Höchstüberlassungsdauer im Grunde allen einen Bärendienst erwiesen. Die Leiharbeiter, die nach 18 Monaten einen Betrieb verlassen müssen, fangen anderswo wieder mit geringerer Bezahlung als die Stammbelegschaft an. Erst nach neun Monaten haben sie wieder Anspruch auf gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaft (mit Ausnahmen). Die Firmen, die einen neuen Leiharbeiter bekommen, sparen ein paar Monate Geld, haben dafür aber einen Anfänger im Haus. Eine Rechnung, die auch für die Wirtschaft nicht aufgeht. Das Ziel, zu verhindern, dass feste Arbeitsplätze durch Leiharbeit ersetzt werden, wird mit der April-Novelle in jedem Fall verfehlt. Unter dem Strich steht ein vermurkstes Gesetz.

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