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Westfalenpost: Bloß jetzt nicht die Füße hochlegen
Kommentar von Kerstin Münstermann zur wirtschaftlichen Lage

Hagen (ots) - Die Zahl ist ein Rekord und optisch eindrucksvoll: Der Umsatz deutscher Firmen im Ausland wird in diesem Jahr rund 1,22 Billionen Euro betragen, ein Plus von zwei Prozent. Nur eine von vielen guten Nachrichten in der deutschen Wirtschaft. Boomende Industrie, volle Auftragsbücher, geringe Arbeitslosigkeit. Es geht der deutschen Wirtschaft gut. Richtig, richtig gut. Deutschlands Unternehmer können sehr zufrieden sein. Vor allem aber können die Arbeitnehmer stolz sein. Sie tragen mit Fleiß, Effizienz, Einsatz, Flexibilität und einer Menge Überstunden zu diesem Erfolg entscheidend bei. Können sich Politik und Unternehmen nun zurücklehnen? Nein, auf keinen Fall. Doch die Gefahr ist groß, dass im Wahlkampf wieder Versprechen für eine bestimmte Klientel gemacht werden. Jede Partei für den Teil der Gesellschaft, der sie bitte wählen soll. Das bringt nichts. Vielmehr müssen sich alle anstrengen, den Standard nicht nur zu halten, sondern zu verbessern. Baustellen gibt es viele: der schlechte Ausbau mit Breitband. Die maroden Brücken und Autobahnen. Die Energiewende, bei der Politik und Firmen den Schwarzen Peter hin- und herschieben. Oder Deutschlands Schüler, die in maroden Schulgebäuden ihre gesamte Schulzeit verbringen müssen. Es braucht einen Plan. Die Politik muss dringend damit beginnen, Investitionen in die Infrastruktur nicht nur gut zu finden, sondern endlich auch zu tätigen. Und es braucht Unternehmer, die Stellen schaffen, in Standorte investieren und sich nicht auf guten Erträgen ausruhen. Niemand darf glauben, dass im Zeitalter der digitalen Arbeit permanente Verbesserungen unnötig sind. Es kann schnell zu spät sein.

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