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Westfalenpost: Die Probleme sind lösbar
Kommentar von Lorenz Redicker zur deutschen Einheit

Hagen (ots) - Seit 26 Jahren sind Deutschland West und Ost vereint. Und noch immer nicht ist zusammengewachsen, was zusammengehört? Das jedenfalls könnte man meinen, wenn man sich etwa die Daten über die Lohnunterschiede anschaut, zum Arbeitsmarkt oder zur Wirtschaftskraft allgemein. In praktisch allen Bereichen hinkt der Osten hinterher.

Auch politisch klaffen neue und alte Bundesländer auseinander, so scheint es. Die alten Volksparteien sind im Osten noch schwächer als im Westen, die AfD dafür stärker; schon die NPD und DVU feierten hier ihre größten Erfolge; Rechtsextremisten konnten sich teils festsetzen. Natürlich gibt es auch Unterschiede zwischen Nord und Süd. Aber die Gräben zwischen Ost und West sind tiefer.

Das hat viele Gründe. Der Zusammenbruch im Osten war allumfassend, vor allem wirtschaftlich, wobei die Einheit diesen Kollaps nur beschleunigt hat; schon vor der Wende war die DDR-Wirtschaft kaum mehr konkurrenzfähig. Kanzler Kohl aber versprach "blühende Landschaften" - das war nicht zu halten, ließ Ungeduld und Enttäuschung schnell wachsen. Auch gesellschaftspolitisch war der Umbruch radikal, hinterließ die DDR an vielen Stellen Leerräume, die der Westen nicht zu besetzen vermochte.

Aber sind die Unterschiede, die Verwerfungen wirklich so dramatisch? Den Deutschen geht es global gesehen gut, in West wie Ost, das Land ist wirtschaftlich und auch politisch relativ stabil. Die Probleme im Osten sind lösbar, auch die Fremdenfeindlichkeit ist weniger verbreitet, als man angesichts mancher Berichterstattung meinen könnte. Deutschland könnte ein glückliches Land sein. Wir müssen die vielen positiven Dinge nur endlich anerkennen.

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