Westfalenpost

Westfalenpost: Miguel Sanches zum Salafismus

Hagen (ots) - Der Salafismus ist eine gewaltige Bewegung, weltweit aktiv, in Deutschland seit Jahren bedrohlich. Der Salafismus begann nicht mit der Flüchtlingskrise. Wohl ist sie für radikale Prediger ein Geschenk Gottes. Plötzlich war eine große Zahl von Menschen da, die jung sind, keinen Halt haben, weder Sprache noch Kultur kennen, Orientierung suchen und altersbedingt auf der Suche nach einer eigenen Identität sind. Sie müssen nur da abgeholt werden, wo sie sind: in und an den Flüchtlingsunterkünften. Für den Salafismus gilt nicht die Devise "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt". Die Linke beklagt, dass von der Bundesregierung keine Ideen entwickelt würden. Aber die Bundesländer, die eigentlich die Adressaten von Kritik sein müssten, tun viel. Sie verfolgen eine Doppelstrategie aus Prävention und Repression - Überwachung, Razzien, Festnahmen. Innenminister de Maizière hat gestern betont, wie wichtig die Rolle der Religion bei der Integration ist und dass man in Deutschland womöglich jahrelang einem Denkfehler unterlag, nämlich Religion und Kirchen abzuschreiben. Die Flüchtlinge aus dem arabischen Raum drängen uns die Fragen der Religion aufs Neue auf. "Wir werden über Religion wieder mehr lernen müssen, um alle Teile unserer Gesellschaft mindestens mal zu verstehen", sagt de Maizière. Das ist ein kluger Satz, der ein Versäumnis verbirgt. Es sind überwiegend türkische Imame, die in deutschen Moscheen predigen, und die einzigen Investitionen dort kamen oft genug aus Saudi-Arabien. Wir müssen Ausbildung und Beschäftigung von Imamen forcieren. Der Staat muss wissen, was in den Moscheen gepredigt wird, dann drängt man auch den Salafismus in die Defensive.

Pressekontakt:

Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westfalenpost

Das könnte Sie auch interessieren: