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Westfalenpost: Tobias Blasius zum Streit über das Turbo-Abitur

Hagen (ots) - Die wolle "Betroffene zu Beteiligten machen", hat Schulministerin Löhrmann ihren Führungsstil oft und gern beschrieben. In der Diskussion um das bei vielen Eltern und Schülern ungeliebte "Turbo-Abitur" gerät ihr Regierungscredo an Belastungsgrenzen. Schulpolitik darf sich nicht darin erschöpfen, laufend an "Runden Tischen" Befindlichkeiten von Interessenverbänden abzufragen. Neun Monate vor der Landtagswahl darf man eine klare Kursvorgabe der Landesregierung erwarten. Soll der bisherige Kurs vorsichtiger Verbesserungen im bestehenden System und die klare Absage an eine "Rolle rückwärts" durchgehalten werden? Ist ein neues Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten in Planung? Kommt es zur G9-Rückkehr, wie sie die Landeselternschaft will? Für alle Varianten lässt sich streiten, nur sollten sich politisch Verantwortliche nicht in der Rolle des Moderators einrichten. Bislang lähmt die Angst vor einer womöglich unpopulären Festlegung. Eine Volksinitiative hat schließlich binnen weniger Wochen 100 000 Unterschriften gegen "G8" zusammengebracht und den Parteistrategen vor Augen geführt, welch enormes Mobilisierungspotenzial das Thema birgt. Die Flucht in Unverbindlichkeit ist die falsche Antwort.

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