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Westfalenpost: Nach ihnen die Sintflut
Kommentar von Martin Korte zum Rücktritt von Nigel Farage

Hagen (ots) - Es sind Menschen wie Nigel Farage, die den Sinn der Europäischen Union nicht verstanden haben. Er und die anderen Brexit-Protagonisten sehen in der Gemeinschaft nicht das Verbindende, das Frieden schaffende und das enorme Solidaritäts-Potenzial, sondern einzig und allein einen Feind, der den Nationalstaaten angeblich die Identität rauben will.

Nun macht sich der Chef der rechtspopulistischen Ukip aus dem Staub und überlässt anderen einen riesigen Scherbenhaufen. Damit geht nach Boris Johnson das zweite Aushängeschild der Anti-Europäer. Die Brexit-Bewegung verliert ihr Gesicht.

Selbstverständlich ist das Betrug am Wähler - auch wenn Farage behauptet, er habe doch alles vor geraumer Zeit so angekündigt. Ohne ihn und Johnson wäre der Brexit jetzt kein Thema mehr. Nun sagen beide: nach mir die Sintflut. Das ist schäbig.

Damit muss das Königreich klar kommen. Brüssel indes hat nun noch mehr Gelegenheit, mit dem Finger auf Großbritannien zu zeigen und die dringend nötige Strukturreform auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu schieben. Die EU steckt in der Krise, auch, aber nicht nur wegen des Brexits. Wenn sie den Bürgern ihren Sinn nicht endlich wieder verdeutlichen kann, werden die Briten nicht die letzten Aussteiger gewesen sein.

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