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Westfalenpost: Ein Warnsignal gegen die Fahrlässigkeit
Kommentar von Martin Korte zum Absturz der Egyptair-Maschine

Hagen (ots) - Wir wissen noch nicht genug. Terroranschlag, menschliches Versagen, technische Probleme, erweiterter Suizid, Abschuss - nichts ist ausgeschlossen, weil wir alles schon erlebt haben, so undenkbar es uns zuvor auch noch erschienen war. Die Faktenlage ist dünn, nach dem Absturz der Egyptair-Maschine bleibt die Unglücksursache eine Spekulation.

Aber: Der permanente Terror der vergangenen Jahre hat unser Bewusstsein verändert. Deshalb erscheint uns ein Attentat als die wahrscheinlichste Variante - das haben der Islamische Staat und andere Extremistengruppen schon erreicht. Der Terror ist alltäglich, zumindest als Angst-Phänomen in unseren Köpfen.

Frankreich und Ägypten stehen ohnehin im Fokus der radikalen Glaubenskrieger. Es ist ja nur gut ein halbes Jahr her, dass in Paris 130 Menschen einem Anschlag zum Opfer fielen. Attentate in Ägypten nimmt die Weltöffentlichkeit erst zur Kenntnis, wenn Touristen unter den Opfern sind, gezielte Angriffe auf Einheimische sind dort eine permanente Bedrohung.

Gleichzeitig warnt das Bundeskriminalamt vor möglichen Anschlägen während der Fußball-Europameisterschaft. Ziele gibt es nicht nur in Frankreich zuhauf, sondern in jedem Land, in dem sich Menschen friedlich versammeln, um die Spiele anzuschauen.

Die Feststellung, dass der Terror immer näher kommt, und das Lamento darüber bringen uns nicht weiter. Wir müssen handeln und Konsequenzen ziehen. Sechs Monate nach Paris ist der Handlungsdruck anscheinend wieder gesunken. Der Egyptair-Absturz führt uns ungeachtet seiner Ursache vor Augen, wie nah die Bedrohung tatsächlich ist. Unsere Entschlossenheit im Kampf gegen den Terror darf nicht schwanken. Fahrlässigkeit endet im schlimmsten Fall tödlich.

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