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Westfalenpost: Rolf Hansmann zu der Gesetzesinitiative, Gaffer schärfer zu bestrafen

Hagen (ots) - Der Ruf nach schärferen Gesetzen hat sich zu einem Reflex entwickelt, der jedem reaktionsschnellen Fußball-Torwart zur Ehre gereichen würde. Ob er berechtigt ist, zeigt sich bisweilen so diskussionswürdig wie eine Elfmeter-Entscheidung. Unstrittig ist, dass es endlich Zeit wird, Gaffern die rote Karte zu zeigen. Die Bundesrats-Initiative zum Bestrafen von Schaulustigen, die Rettungsarbeiten behindern oder Unfallopfer fotografieren, trifft voll ins Schwarze. In diesem Fall gilt der Grundsatz, dass Dummheit bestraft werden muss. Es gibt kein Recht darauf, vor Benutzung eines Smartphones das Gehirn ausschalten zu dürfen. Und schon gar nicht, das Leben anderer Menschen in Gefahr zu bringen, weil man Rettungskräften den Weg versperrt. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Der Artikel 1 des Grundgesetzes scheint nicht mehr gesellschaftlicher Konsens zu sein. Die Verrohung der Sitten hat beim Gaffen ihren traurigen Ausdruck gefunden. Es ist nicht hinnehmbar, wenn Menschen für einen Moment der Aufmerksamkeit Unfallbilder oder -filme in sozialen Netzwerken verbreiten. Das Handy darf nicht länger der Handlanger einer skrupellosen Sensationsgier sein. Gaffen darf nicht noch mehr zum Volkssport werden.

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