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Westfalenpost: Lohnende Ziele
Kommentar von Martin Korte zur Sicherheit von Atomkraftwerken

Hagen (ots) - Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit: Warum sollten Terroristen eigentlich davor zurückschrecken, Atomkraftwerke zu kapern oder in den Besitz von Bauteilen für schmutzige Bomben zu gelangen? Sie schrecken vor nichts zurück. Sie sind sogar mit Flugzeugen in Hochhäuser gerast. Egal, ob Jülich nun im Visier der Paris-Attentäter stand oder nicht: Es gibt kaum ein lohnenderes Ziel für einen Terroristen als ein Akw. Wir schaffen es vielleicht, die Gefahren der Atomkraft einzudämmen, beherrschen können wir sie auch in dieser Hinsicht nicht. Und nun? Kopf in den Sand stecken? Nein, das wäre fatal. Aber das umzusetzen, was die Politiker weltweit nach dem 11. September 2001 versprochen haben, wäre schon hilfreich, zum Beispiel den konkreten militärischen Schutz der Anlagen mit Flugabwehrgeschützen (was aber zur Folge hätte, dass im schlimmsten Fall ein ziviles Flugzeug abgeschossen werden müsste). Und weil auch die Gefahr durch Hacker-Angriffe gestiegen ist, müssen die Anstrengungen in dieser Hinsicht ebenfalls forciert werden. Das kostet Geld; Staaten und Konzerne werden es sich von den Bürgern zurückholen. Eine Garantie für eine sorgenfreie Akw-Zukunft sind die Maßnahmen nicht. Absolute Sicherheit bringt nur das Abschalten.

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