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Westfalenpost: Armutszeugnis Von Wilfried Goebels

Hagen (ots) - Jeder Bauherr weiß, dass er Geld vernichtet, wenn die Immobilie marode wird. Trotzdem sehen viele Schulen so aus, als sei seit 50 Jahren nichts mehr getan worden. Angesichts trostloser Toiletten, vergammelter Tische und Stühle sowie der vorsintflutlichen technischen Ausstattung in vielen Schulen wirkt die Parole "Kein Kind zurücklassen" realitätsfern. Es wäre ungerecht, allein Schulministerin Löhrmann den schwarzen Peter zuzuschieben. Auch frühere Kabinette haben an der Schulpauschale für die Kommunen gespart. Ein Blick auf Schulen, Straßen und öffentliche Einrichtungen belegt diese Sünden. Die klammen Kommunen sind mit der Auflösung des Sanierungsstaus völlig überfordert. Für die Landesregierung hingegen steht in der Flüchtlingskrise der akute Mangel an Lehrern, Schulpädagogen und Klassenräumen oben auf der Agenda. Da dürfte für die Aufstockung der Schulpauschale kaum finanzieller Spielraum bleiben. Ein Teufelskreis: Schließlich ist allen Beteiligten klar, dass sich eine intakte Schule positiv auf das Sozialverhalten der Schüler auswirkt. Der Sanierungsstau an den Schulen ist ein Armutszeugnis und eine schwere Belastung für den Standort NRW. Gutes Lernen sieht anders aus - schlechte Ergebnisse in den Pisa-Leistungstests sind kein Zufall.

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