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Westfalenpost: Joachim Karpa zur RAF

Hagen (ots) - Wie Kai aus der Kiste tauchen die letzten drei Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) auf. Wieder als Verbrecher. Nicht, weil die Drei erneut die Existenz des bürgerlichen Staates in Frage stellen und ihren diffusen blutigen Kampf gegen die Funktionsträger des kapitalistischen Systems fortsetzen wollen. Nein. Die Motivlage ist anders: Dem Trio im revolutionären Ruhestand geht das Geld aus. Eine geregelte Altersversorgung gibt es nicht. Folglich greift die Truppe auf das zurück, was sie glaubt zu können, den bewaffneten Kampf. Im Visier sind Geldtransporter. Wer die Nachricht über die Überfälle der bis heute gesuchten Terroristen hört, fühlt sich in den Herbst 1977 versetzt. Ein Jahr, in dem die RAF Angst und Schrecken verbreitete. Erinnert sei an die Ermordung von Arbeitgeberpräsident Schleyer. Einmal in der Vergangenheit angekommen, stimmt es nachdenklich, dass die Morde am Bankier Alfred Herrhausen, dem Diplomaten Gero von Braunmühl und dem Treuhand-Chef Detlev Rohwedder nicht aufgeklärt worden sind. Dies in einem Land, in dem die Aufklärungsquote von Mord und Totschlag bei 95,3 Prozent liegt. Warum sind die RAF-Terroristen durchs Raster gefallen? Weil sie intelligenter waren? Im Alter fällt es schwer, an ein Versagen der Ermittler zu glauben.

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