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Westfalenpost: Motivierten Asylbewerbern eine Perspektive bieten Von Wilfried Goebels

Hagen (ots) - Hinter der anonymen Zahl der Flüchtlinge verbergen sich immer Einzelschicksale. Der aufrührende Fall des palästinensischen Mädchens Reem hat eine neue Asyldebatte in Deutschland entfacht. Wie weit wollen wir uns für Zuwanderer öffnen? Es scheint, der politische Diskurs über Grenzen und Chancen der Aufnahme nimmt gerade erst richtig Fahrt auf.

Deutschland sucht händeringend qualifizierte Fachkräfte. Da wäre es widersinnig, gut ausgebildete Asylbewerber abzuschieben, während gleichzeitig kein Nachwuchs für offene Stellen zur Verfügung steht. Die zuletzt vom Bundesrat verabschiedete Reform des Aufenthaltsgesetzes öffnet den seit Jahren unter uns lebenden, gut integrierten Flüchtlingen Türen, um aus der Duldung ein dauerhaftes Bleiberecht zu machen.

Weil Deutschland aber nicht alle Armutsflüchtlinge der Welt aufnehmen kann, muss es auch künftig Begrenzungen geben. Das Asylrecht wendet sich an in ihren Heimatländern Verfolgte. 40 Prozent der Asylbewerber aber kommen derzeit vom West-Balkan - bei ihnen liegt die Anerkennungsquote bei unter einem Prozent.

Zunächst muss die Beschleunigung der Verfahren im Vordergrund stehen, damit Einwanderer schnell Klarheit haben und Heime möglichst nicht länger fehlbelegt werden. Für motivierte Asylbewerber wie die kleine Reem muss es Perspektiven zum Bleiben geben. Schon in unserem eigenen Interesse. Es ist absurd, leistungsbereite, lange bei uns lebende Menschen wegzuschicken. Auf Dauer wird auch ein Einwanderungsgesetz mit festen Quoten für qualifizierte Zuwanderer kein Tabu bleiben.

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