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Westfalenpost: In der Zwickmühle Von Martin Korte

Hagen (ots) - Niemand bestreitet die negativen Folgen des Alkoholmissbrauchs. Alkohol ist gesundheitsschädlich, er tötet. Er enthemmt, macht Menschen nicht nur im Straßenverkehr zu einer Gefahr für andere. Klar: Wer verantwortlich mit diesem Lebensmittel umgeht, hat und macht keine Probleme. Die Diskussion, ob Bier und andere alkoholische Getränke aber Einstiegsdrogen für noch "härtere Sachen" sein können und in die Abhängigkeit führen, bringt die Hersteller in die Zwickmühle. Bier auf den Sockel des Kulturguts zu heben, ist gefährlich. Mit diesem Argument könnten auch die Wodka-Hersteller in Russland und die Zigarettenproduzenten in Griechenland ihre Industrie verteidigen.

Der Brüsseler Verstoß hat aber auch wirtschaftliche Gründe. Die Urheber der Pläne kommen nämlich vor allem aus Skandinavien. Dort ist Alkohol schon lange deutlich teurer als in Deutschland. Und deshalb boomt der (illegale) Import, was den Finanzbehörden gar nicht gefällt. Die EU soll das ändern.

Ein Mindestpreis für Alkohol wird trotzdem nicht kommen, denn der Ministerrat müsste unisono zustimmen - was Berlin verhindern wird. Dass die Brauereien sich hierzulande aber gegen einen Warnhinweis für Schwangere sperren, ist nicht nachvollziehbar. Aufklärung kann auch mit einem simplen Piktogramm beginnen.

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