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Westfalenpost: Lorenz Redicker zur Rente

Hagen (ots) - Jedes Jahr listet die Deutsche Rentenversicherung ihren Versicherten übersichtlich und leicht verständlich auf, mit welchen Altersbezügen sie künftig rechnen dürfen. Der Hinweis auf die notwendige zusätzliche private Vorsorge fehlt nicht - und ist nach vielen Reformen, verbunden mit einer deutlichen Kürzung des Rentenniveaus, auch absolut notwendig. Dennoch haben nur 16 Millionen Deutsche einen Riester-Vertrag, oft dazu noch mickrig dotiert, nur jeder zweite hat Anspruch auf eine Betriebsrente. Lebensversicherungen und andere Vorsorge-Produkte werfen inzwischen nur mehr Mini-Zinsen ab. Das Eigenheim ist bis zur Rente zwar meist schuldenfrei, aber für das Alter oft untauglich - und der Verkaufswert ungewiss. Sicher im Alter ist also: Die Rente reicht nicht. Und für mehr Vorsorge reicht der Lohn oft nicht. Die drohende Altersarmut indes nehmen viele Betroffene fatalistisch hin. Zumal Sparen fürs Alter bisweilen sogar eine ökonomisch unsinnige Entscheidung ist, solange der Ertrag des sauer Abgesparten später mit der Grundsicherung verrechnet wird und jede Rendite somit ins Negative rutscht. Den künftig armen Rentnern ist mithin kaum ein Vorwurf zu machen. Der Politik schon. Die kommende Altersarmut ist seit einigen Jahren absehbar, inzwischen längst sicher belegt. Die Große Koalition jedoch verschließt die Augen, betreibt lieber kurzsichtige Klientelpolitik à la Mütterrente oder Rente mit 63. Dass sich daran alsbald etwas ändern wird, steht leider nicht zu erwarten. Dabei könnte doch am ehesten eine Große Koalition die Kraft und die Mehrheit für eine einschneidende Reform aufbringen. Bislang wird das Thema jedoch nicht einmal öffentlich diskutiert.

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