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WP: Schützenwesen vorerst kein Kulturerbe

Hagen (ots) - Das historische Schützenwesen in Deutschland wird vorerst nicht in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission hat den Antrag der Schützen zurückgestellt, berichtet die Westfalenpost (Dienstagausgabe). Demnach begründet die Kommission ihre Entscheidung mit dem Fall des muslimischen Schützenkönigs von Werl-Sönnern, dem im vergangenen Jahr als Nicht-Christ die Teilnahme am Bezirksschützenfest verweigert worden war.

In einem Schreiben der Kommission an das Generalsekretariat der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen heißt es, dass "wegen der schroffen und ausgrenzenden Reaktionen auf nicht ,biodeutschen' Maßstäben" entsprechenden Schützenkönigen eine "zivilgesellschaftlich zugängliche und offene Traditionspflege zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt werden kann". Die Bewerbung sei deshalb zunächst zurückgestellt worden.

"Eine Betonung des historischen christlichen Gründungszwecks betroffener deutscher Schützenverbände macht für die Experten nicht einsichtig, weshalb dieser Zweck heutzutage durch religiöse Öffnung gefährdet sein sollte", heißt es in dem Brief weiter.

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