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Westfalenpost: Miguel Sanches zum CDU-Parteitag

Hagen (ots) - In Köln, in der Stadt von Konrad Adenauer, waren die Maßstäbe hoch. Sollten es etwa 100 Prozent sein? Nicht ganz. Aber an 96,7 Zustimmung für Angela Merkel gibt es auch nichts zu meckern. Ihre Wiederwahl passt zum glatten Auftakt. Nicht zuletzt die NRW-CDU wird aus diesem Parteitag Hoffnung schöpfen. Merkel hielt eine Rede zur Lage der Nation. Ein reiches Land ist ein Land, das viel zu verlieren hat. In der Politik verkörpert keiner besser als Merkel die latenten Abstiegsängste. Sie spricht oft darüber, dass wir bald den Anschluss (Digitalisierung) verlieren, dass andere besser (China) werden oder dass eine satte Gesellschaft erlahmt. Immer geht es darum, aus einer Krise stärker denn je hervorzugehen. Merkel-Reden sind weder effektvoll noch amüsant. Aber sie treffen die Stimmung. Fast 97 Prozent Zustimmung sind kein Zufall. Die CDU ist die Partei für das Bruttosozialprodukt. So sieht sie sich, und so imponiert sie auch anderen. Sie steht überdies für einen gnadenlosen Siegeswillen. Keine Partei identifiziert sich so stark mit Macht wie die CDU, keine ist so selbstverständlich an der Regierung, keine schert sich so wenig um Programme. Es war schon Merkels achte Wiederwahl. Sie hat die CDU geprägt. Mit einer völlig anderen Führung würde die Partei wohl fremdeln. Es ist kein Zufall, dass Ursula von der Leyen das schlechteste Wahlergebnis aller Merkel-Stellvertreter bekommen hat. Wenn Merkel heute aufhören würde, wäre die CDU geneigt, keine Experimente zu wagen und Thomas de Maizière zu ihrem Nachfolger zu bestimmen. Er kommt ihr im Stil und im Auftreten am nächsten. Aber eigentlich hat die CDU Merkel längst für 2017 eingeplant.

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