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Westfalenpost: Wilfried Goebels zur Langzeitarbeitslosigkeit

Hagen (ots) - Die umstrittene Einführung von Hartz IV hat Tausenden von Sozialhilfeempfängern den Einstieg in einen neuen Job ermöglicht. Das Problem: Die Trendumkehr am Arbeitsmarkt ist an den Langzeitarbeitslosen in NRW weitgehend vorbei gegangen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Mittel für die Eingliederung der Langzeitarbeitslosen ab 2010 drastisch gekürzt wurden. Zwar gehört zur Wahrheit, dass ein Teil der Dauerarbeitslosen aus unterschiedlichen Gründen nicht vermittelbar ist. Andere Arbeitssuchende könnten jedoch für einen neuen Beruf qualifiziert werden. Schon damit sich in manchen Familien gewohnte Hartz-IV-Strukturen nicht über Generationen verfestigen. Die Arbeitsvermittlung leidet unter dem überdurchschnittlichen Anteil der Ungelernten in NRW. Weil nicht jeder Arbeitslose durch Weiterbildung berufsfit gemacht werden kann, wird der Ruf nach einer öffentlich geförderten Beschäftigung für schwer Vermittelbare lauter. Dabei sollte sich aber keiner der Illusion hingeben, dass sich so das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit lösen ließe. Ein staatlicher Arbeitsmarkt wäre unbezahlbar. Die langfristig größten Erfolgsausschichten bietet eine solide Grundausbildung. Die Verringerung der Abbruchquoten in Schule und Lehre, zusätzliche Ausbildungsplätze und die Bereitschaft von Arbeitgebern, auch Menschen mit Handicap eine Chance einzuräumen, werden die Langzeitarbeitslosigkeit zurückdrängen. Es gilt das Nachwachsen der Dauerarbeitslosigkeit einzudämmen. Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Das Prinzip "Fördern und Fordern" setzt die richtigen Akzente. Wer seinen Teil beitragen will, hat Anspruch auf Hilfe der Solidargemeinschaft.

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