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Westfalenpost: Joachim Karpa zur ADAC-Reform

Hagen (ots) - Der ADAC geht in die Offensive. Wie in der hauseigenen Zeitschrift Motorwelt vor Zeiten angekündigt, versteht der Automobilclub die Krise als Chance. Das überrascht nicht. Wer mit dem Rücken zur Wand steht, muss nach vorne gehen, um von der Stelle zu kommen. Das Vertrauen in die Pannenhelfer aus München ist im Keller. Wer so trickst, frisiert und manipuliert, dem glaubt am Ende niemand mehr. Das Sündenregister ist lang. Das fängt bei den Privatflügen der Vereinsoberen mit den Hubschraubern der Luftrettung an und hört mit der Täuschung bei der Wahl des Lieblingsautos der Deutschen lange nicht auf. Längst ist von gelben Teufeln die Rede, die versuchen ihren Karren wieder flott zu bekommen. Und die Delegierten der außerordentlichen Hauptversammlung haben gar keine andere Wahl. Sie wissen, nur eine Reform wird den ADAC retten. Ein Neuanfang? Mitnichten. Zuviel wird von Dialog, Austausch und einer Reform für Vertrauen gesprochen. Leere Floskeln. Warum? Der Verein zerlegt sich selbst. Im ersten Moment hört sich das revolutionär an, ist es aber nicht. Bei näherer Betrachtung hält dieses Vorgehen keiner ernsthaften Prüfung standhält. Das Drei-Säulen-Modell - Aktiengesellschaft, Stiftung und Verein - ist eine rechtliche Konstruktion mit einem einzigen Ziel, den Vereinsstatus zu retten. Dieser Status der Gemeinnützigkeit soll auch in Zukunft helfen, in den Genuss von Steuervorteilen in Millionenhöhe zu kommen. Ob die Neuorganisation das Amtsgericht München überzeugt, ist ungewiss. Seit Monaten wird hier genau dies geprüft. Sicher ist eines: Der ADAC ist nicht das Rote Kreuz auf Rädern.

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