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Westfalenpost: Eine Frage des Verzichts
Kommentar von Andreas Thiemann zum Umgang mit den "stillen Tagen"

Hagen (ots) - Die Wette zu Hause habe ich verloren: Verkaufsoffener Sonntag an Allerseelen? Das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Doch ich habe mich ich geirrt. Allerseelen steht nämlich nicht unter der Obhut der "stillen Tage" in Nordrhein-Westfalen. Darunter fallen nur Karfreitag, Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag. Doch auch deren Schutz wird längst unterhöhlt und verwässert. Man schaue nur auf die unterschiedlichen Sportansetzungen heute zu Allerheiligen. Stille Tage mit Eishockey, Volleyball, Fußball und anderen Events. Und zwar nicht erst nach 13 Uhr, beziehungsweise 18 Uhr, wie es das Landesgesetz vorsieht. Es scheint, als hätten wir es vielfach verlernt, mit der Stille zu leben, Verzicht zu üben. Und sei es nur für einen Tag oder ein Wochenende. Selten sind die Kneipen voller als am Heiligen Abend - und alle haben eine Nikolausmütze auf. Immerhin, das Reformationsfest hat sich von den Halloween-Gespenstern und Kürbisköpfen nicht vertreiben lassen - auch ohne offiziellen Feiertagsrückhalt. Und jeder Einzelne von uns hat die Möglichkeit, den Feiertag für sich zu heiligen. Durch freiwilligen Verzicht, durch bewusstes Entscheiden. Ganz im Stillen.

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