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Westfalenpost: Stefan Hans Kläsener zu Rot-Rot-Grün

Hagen (ots) - Nun bahnt sich also eine neue Farbkonstellation im Reigen der Bundesländer an, eine rot-rot-grüne Landesregierung in Thüringen. Sie müsste rosa-rot-grün heißen, denn das Besondere ist ja weniger die Kombination der Parteien, die bereits reichlich Regierungserfahrung in unterschiedlichen Bündnissen auf Landesebene haben, als vielmehr die Dominanz der Linken in der Koalition. Ähnlich, wie es mit der ersten Landesregierung unter direkter Beteiligung der Linken 1998 in Mecklenburg-Vorpommern geschah, wird sich die Aufregung über den ersten Linken-Ministerpräsidenten bald legen. Bodo Ramelow wird das mutmaßlich pragmatisch und ordentlich machen. Es wird künftig nicht Moskaus Fünfte Kolonne in Erfurt regieren. Dennoch stellen sich gravierende Fragen. Wie steht es um das Selbstverständnis einer SPD, die in Erfurt ordentlich mitregiert hat, aber vom Wähler abgestraft wurde? Wird es ihr als Juniorpartner ihrer eigenen linken Konkurrenz besser ergehen? Schwer vorstellbar. Es hat etwas von Selbstentleibung. So, als würde die CDU einen Ministerpräsidenten der AfD wählen. Trauriger noch steht es um die Grünen. Sie haben, um eines irgendwie linken Projektes willen, ihre Vergangenheit als Bürgerrechtler abgestreift. Dieses Etikett sind sie nun los, und das könnte politisch teuer werden.

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