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Westfalenpost: Stefan Hans Kläsener zu den Luftangriffen in Syrien

Hagen (ots) - Freund und Feind waren im Nahen Osten immer schwer auseinanderzuhalten, aber die Geschwindigkeit, mit der sich derzeit Allianzen bilden, erstaunt dann doch. Da finden die US-Amerikaner über Nacht fünf arabische Bündnispartner, um im Norden und Osten Syriens islamistische Gruppen zu bombardieren. Die Syrer werden darüber informiert - genau die syrische Regierung übrigens, gegen die einzuschreiten sich der Westen immer geweigert hatte, weil das in ein militärisches Abenteuer führe. Zu riskant. Zugleich wird immer deutlicher, das der Erzfeind Iran immer weniger Teil des Problems ist und immer mehr Teil der Lösung werden muss. Anders ist den außer Rand und Band geratenen sunnitischen Dschihadisten des Islamischen Staates nicht beizukommen. Gleiches gilt für die Kurden, bis vor kurzem noch verfemte Gegner des Nato-Partners Türkei. Auf einmal stehen sie auf der gleichen Seite der Kämpfe: Assad, die Türken, die Kurden, die USA, Jordanien, die Golfstaaten, die neue irakische Regierung, sogar der schiitische Iran. Klar ist, dass es sich dabei nur um eine Zweckallianz in höchster Not handelt. Aber sie wird dennoch ihre politischen und diplomatischen Konsequenzen haben, denn Frieden schließt man genau dann, wenn man erkennt, dass man einen gemeinsamen Feind hat.

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