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Westfalenpost: SPD - Verlässlichkeit statt Experimentierfreude Von Andre Schweins

Hagen (ots) - Schreitet die Entwicklung der politischen Landschaft schnurgerade auf ein rot-rot-grünes Bündnis 2017 im Bund zu? Dem munteren wie fiktiven landespolitischen Koalitionen-Basteln mit dem abenteuerlichen Befeuern der Wahl eines ersten Ministerpräsidenten der Linken haben die Wähler keine Belohnung zugestanden. Denn dass die CDU in Thüringen wie Brandenburg neben Wahlsieger AfD glänzte, sollte zumindest den Strategen der Sozialdemokraten zu denken geben.

Selbstverständlich würde eine weitere Normalisierung des Verhältnisses zu den Linken die SPD-Alternativen im Bund vergrößern, selbstverständlich würde eine thüringische Landesregierung unter Führung von Bodo Ramelow eine neue Facette der Lockerheit im Miteinander suggerieren. Aber Verlässlichkeit ist der Experimentierfreude weiterhin vorzuziehen. In Thüringen steht die SPD nach dem gestrigen Urnengang vielmehr vor der Existenzfrage, hinter welchem Partner sich als Junior eine Kehrtwende nach desaströsem Ergebnis überhaupt realistisch einleiten lässt.

Auch in Brandenburg und Thüringen zeigte sich, dass die Wähler eine Protest-Alternative eher bei der Alternative (für Deutschland) suchen. Bitter für eine FDP, die in diesen Bundesländern zwar erst 2009 überhaupt wieder ins Parlament eingezogen war, aber nun den Dauerverbleib in der Bedeutungslosigkeit immer schmerzhafter vor Augen geführt bekommt. Während der künftige Umgang der Etablierten mit den AfD-Populismus-Strategien die Schlagzeilen bestimmt, richtet sich auf die Liberalen der Scheinwerfer nur noch, wenn Abgesangsmelodien angestimmt werden. Nächster FDP-Stresstermin: die Wahl zur Hamburger Bürgerschaft am 15. Februar. Wieder ein gruseliger Tag für Christian Lindner?

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