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Westfalenpost: Stefan Hans Kläsener zu EU-Sanktionen gegen Russland

Hagen (ots) - Nun also doch: Die EU hat sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt und verhängt neue Sanktionen gegen Russland. Es war ein unausweichlicher Schritt, wollte sich die EU außenpolitisch nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Und es ist ein moderater Schritt bei der Verschärfung der Handelshemmnisse, der das Tischtuch nicht zerreißt, der aber doch spürbare Auswirkungen haben wird. Vor allem auf russischer Seite wird das selbstherrliche und völkerrechtswidrige Gebaren der Kreml-Führung eine teure Veranstaltung. Die russische Konjunktur wird damit so gut wie abgewürgt, der Vertrauensschaden ist jetzt schon immens. Aber die Zeche zahlen auch die europäischen Volkswirtschaften - und insbesondere deutsche Firmen. Das aufstrebende Reich mit zum Teil beachtlichen Wachstumsraten war ein guter Kunde, und russisches Geld an den Finanzplätzen vor allem in London gern gesehen. Damit ist es nun erst einmal vorbei. Und auch Firmen wie Volkswagen, die Werke in Russland unterhalten, dürften mit allergrößter Sorge auf die Entwicklung schauen. Gänzlich unverständlich ist, dass all die Politiker abgetaucht sind, die sich früher gar nicht oft genug an der Seite des Kreml-Fürsten Putin zeigen konnten. Ex-Kanzler Schröder, aber auch andere Gazprom-Geschäftspartner tun auf einmal so, als solle sich mal besser die Kanzlerin darum kümmern. In der Tat könnte Angela Merkel diejenige sein, die Putin halbwegs gesichtswahrend aus der Sackgasse herausführt, in die er sich mit einem realitätsverweigernden Kurs manövriert hat. Zumindest hat sie nun mit den verschärften EU-Sanktionen ein Argument mehr, um Putin von dem destruktiven Weg der Selbstverstümmelung abzubringen.

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