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Westfalenpost: Sicher in anderen Händen Von Joachim Karpa

Hagen (ots) - Die Schreibmaschine im Anschlag wehrt sich der NSA-Untersuchungsausschuss gegen mögliche Abhörattacken von Nachrichtendiensten aller Art. Ein schräges Bild. Das hört sich an wie aus einer anderen Zeit. Auf Hohn und Spott, das Spektrum reicht von lächerlich bis absurd, muss der Ausschussvorsitzende Patrick Sensburg nach seinen Äußerungen nicht lange warten. Das überrascht nicht. Ein mechanisches Gerät aus dem Museum zum Verfassen von Texten als Antwort auf die Bespitzelung und Überwachung lädt beim flinken Spielen der Finger auf dem Smartphone zu spitzen Bemerkungen ein.

Ob es am Ende das Klappern der Schreibmaschine ist oder es gemeinsame Spaziergänge im Park sind, um streng geheime und vertrauliche Informationen zu überbringen, sei dahin gestellt. Eines zeigt die Debatte: Längst ist die Ernüchterung über die Chancen, den unheimlichen Hunger der Geheimdienste zu bremsen, eingetreten. Ihre Gier ist unersättlich. Kraken mit immer mehr Armen. Mit Recht und Gesetz haben sie nichts am Hut. So sammelt die NSA, größter Auslandsgeheimdienst der USA, mit ihren in ganz Deutschland vertretenen Horchposten alles. Sie hört ab, sie liest mit. Flächendeckend. Der Bundesnachrichtendienst hilft, profitiert - und schweigt.

Die Ausweisung eines CIA-Vertreters, stellvertretend für alle US-Spione im Land, ist nicht mehr als eine Beruhigungspille für das aufgeregte Volk. Pure Kosmetik. Die Besinnung auf die Schreibmaschine ist ein Hilferuf für mehr Unterstützung, vertraulich kommunizieren zu können - im Bundestag wie im Privatleben. Denn die Botschaft "Die Daten im digitalen Netz sind sicher" verbreitet niemand. Sicher in anderen Händen. Oder?

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