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Westfalenpost: Lorenz Redicker zu fehlerhaften Baukrediten

Hagen (ots) - <Für die Verbraucher könnte das ein lohnender Bankirrtum werden. Baukredite sind teure und langfristig angelegte Geldgeschäfte; wem es hier gelingt, seinen Zinssatz von vier oder fünf Prozent plötzlich auf etwas über zwei Prozent (das zahlt man heute bei zehnjähriger Zinsbindung) zu senken, der kann schnell viele Tausend Euro sparen. Auf Kosten seiner Bank. Fast wäre man deshalb geneigt, Mitleid mit den Geldinstituten zu empfinden. Wenn eine nennenswerte Zahl an Kunden ihre Immobilienkredite widerruft, müssen die Banken ganz schön bluten. Indes - die Branche hat sich ihren einst guten Ruf selbst und nachhaltig ruiniert: einerseits durch überhöhte Dispozinsen und durch fehlerhafte Beratung der Kunden etwa zu riskanten Geldanlagen, anderseits durch überzogene Boni und durch Geschäftspraktiken, die ganze Staaten fast in den Ruin getrieben haben. Millionen Steuerzahler müssen das jetzt ausbaden. Das Mitgefühl der Kunden dürfte sich somit nicht ganz zu Unrecht in engen Grenzen halten. Dabei kann man den Banken in Sachen Baukredite so viel gar nicht vorhalten: Sie haben nur einem anfangs strittigem Mustertext des Bundesjustizministeriums misstraut - und eigene Formulierungen verwendet. Ohne dabei das Ziel zu verfolgen, ihre Kunden übers Ohr zu hauen. Entsprechend ist den Kreditnehmern auch kein Schaden entstanden. Sie profitieren allein, weil die Bauzinsen einen historischen Tiefpunkt erreicht haben. Für die Kunden dürfte es egal sein, dass es letztlich um juristische Spitzfindigkeiten geht. Sie sollten ihre Kredite prüfen lassen und kündigen, sofern sie davon profitieren. Genauso würden die Banken nämlich auch handeln.

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