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Westfalenpost: André Schweins zu den Irak-Plänen von US-Präsident Obama

Hagen (ots) - Die Geister, die er nicht mal rief, wird der US-Präsident nicht los. Barack Obamas Amtszeit wird dereinst rund um den Globus an außenpolitischen Taten gemessen werden. Zweieinhalb Jahre nach Einlösung des Wahlversprechens, den Feldzug seines Vorgängers George W. Bush zu beenden und den Irak zu verlassen, zwingt die islamistische Terrorgruppe Isis den obersten Weltpolizisten zurück in die Hochsensibel-Region. Chaos im Irak bedeutet weitere Destabilisierung im Nahen Osten. Also unmittelbare Bedrohung nicht nur für die USA. Das Eingreifen ist für den Präsidenten gemäß seiner eigenen Politik-Eckpfeiler alternativlos. Gezielte und präzise militärische Schritte hält Obama für denkbar: Luftschläge sollen also das Risiko beherrschbar machen. Am Boden Militärberater statt Truppen - klingt weniger martialisch und stützt die Hoffnung, ein Desaster mit hohen US-Verlusten zu verhindern. Dies alles für einen überforderten irakischen Regierungschef al-Maliki, dem es nicht gelingt, das Land zu einen. Und vor dem Hintergrund, dass Tricks und Taten des Irak-Vorkämpfers Bush in der US-Öffentlichkeit verblüffend zeitnah verklärt werden. Obama positionierte sich als Gegenentwurf dieses Cowboy-Stils. Jetzt muss der Friedenspräsident konstatieren: Frieden schaffen, das geht allenfalls mit gezielt gewählten (aber nicht ohne) Waffen. Eine schmerzliche Erkenntnis.

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