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Westfalenpost: Franziskus-Effekt ist allgegenwärtig Von Andreas Thiemann

Hagen (ots) - Die Bistümer hätten nicht gerade Schlange gestanden, um sich für die Ausrichtung des 99. Katholikentages zu bewerben, hatte der gastgebende Bischof in Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer, zu Beginn des Christentreffens etwas säuerlich angedeutet. Rückblickend darf er nun aber insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung sein.

Wenngleich einschränkend gesagt werden muss, dass die Infrastruktur der fraglos betörend schönen Mittelalterstadt mit diesem Großereignis doch deutlich an ihre Grenzen gestoßen ist. Für das miserable Wetter kann natürlich niemand etwas; dennoch machte es die vorhandenen Raumdefizite leider umso deutlicher.

Inhaltlich lief alles glatt, für manche Beobachter vielleicht sogar zu glatt. Die Kirchenoberen gaben sich demonstrativ gesprächsbereit; es herrschte vielerorts durchaus eine gewisse zuversichtliche Aufbruchsstimmung. Und die war vornehmlich jener Person geschuldet, die gar nicht anwesend war: Papst Franziskus.

In den so unterschiedlichen Diskussions- und Vortragsreihen schien sein guter Geist förmlich allgegenwärtig zu sein. Immer wieder wurde auf Franziskus von allen Seiten Bezug genommen, wurde er als Hoffnungsträger einer neuen Ausrichtung, auch eines gewissen Neubeginns in der katholischen Kirche bezeugt.

Das Wort vom "Franziskus-Effekt" trifft die Stimmung vielleicht am besten. Es wird sich in der nächsten Zeit im Vatikan wie auch im deutschen Katholizismus erweisen müssen, ob am Ende die Gutgläubigen nicht doch nur einer Effekthascherei erliegen sind. Die Katholikentagsteilnehmer waren jedenfalls sehr guten Mutes, dass genau dies nicht der Fall sein wird.

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