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Westfalenpost: Martin Korte zur Putin-Schröder-Feier

Hagen (ots) - Darf der das? Der erste Reflex sagt: Nein. Alt-Bundeskanzler Schröder feiert mit Putin seinen 70. Geburtstag, umarmt ihn demonstrativ, just in einem Moment, in dem pro-russische Rebellen in der Ost-Ukraine Straßenschlachten anzetteln, in dem entführte OSZE-Beobachter um ihr Leben bangen müssen, in dem eine blutige Eskalation nicht auszuschließen ist.

Und beim zweiten Nachdenken? Nun ja, vielleicht hat der SPD-Politiker seinen Freund nach dem Essen zur Seite genommen, um ihn zu bitten, zur Entspannung beizutragen: Der Gesprächsfaden darf nicht abreißen. Egal, wer mit dem russischen Alleinherrscher spricht. Das mögen sich auch CDU-Außenpolitiker Mißfelder und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Sellering (SPD) gedacht haben. Sie waren ja auch dabei.

Allein: Uns fehlt der Glaube.

Schröder ist ein Machtmensch, ein Egoist, der sich kurz nach seiner Abwahl in den gut bezahlten Dienst einer Gazprom-Tochter stellte. Dass er nun mit dem russischen Staatspräsidenten feiert, ist aus seiner Perspektive konsequent. Aber trotzdem falsch: Mit seiner Putin-Party stellt der ehemalige Bundeskanzler die deutsche Außenpolitik bloß. Er sät Zwietracht - in einer Zeit, in der Einigkeit noch nie so wichtig war wie jetzt.

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