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Westfalenpost: Mehr Gebühren, weniger Akzeptanz Von Martin Korte

Hagen (ots) - Die Deutschen rühmen sich gern als Weltmeister im Mülltrennen - ein Titel, der einer statistischen Überprüfung womöglich nicht mehr standhält. Denn andere Nationen haben längst aufgeholt (und das ohne bürokratische Spitzenleistungen). Mit dem neuen Abfallwirtschaftsplan zimmert Landesumweltminister Remmel nun ein schriftliches Fundament, das Kommunen, Bürgern und Entsorger-Industrie in den kommenden Jahren als Handlungsanweisung dienen soll. Es muss nicht nur den Ansprüchen der Ökologie, sondern eben auch der Ökonomie genügen.

Mit Müll wird schließlich viel Geld verdient. Verbrennungsanlagen brauchen Nachschub, sonst rentieren sie sich nicht. Und Biogas-Anlagen haben zwar einen guten Ruf, weil sie umweltfreundlich Strom produzieren, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass sie dies auch kostendeckend erledigen.

Der grüne Landesminister hat bei seinen Überlegungen selbstverständlich einen möglichst umweltfreundlichen Müllkreislauf im Sinn; Remmel verspricht aber auch stabile Gebühren. Ein entscheidender Punkt: Müssen Städte und Kreise weiter an der Kostenschraube drehen, dürfte damit gleichzeitig die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Mülltrennung sinken.

Eminent wichtig ist ebenfalls, dass die Bürger auch verstehen, was die Politiker beschlossen haben. Die Entsorgung von Restmüll kann die Gemeinschaft zum Beispiel erheblich teurer kommen als die von Biomüll. Und was gehört eigentlich in welche Tonne? Das wissen viele Menschen immer noch nicht. Deshalb trennen sie nicht. Vielleicht sollte das mal einer noch deutlicher auf die Tonnen schreiben. Genug davon gibt es ja.

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