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Westfalenpost: Schützenvereine haben Anerkennung verdient
Kommentar zur Diskussion um das Weltkulturerbe von Wilfried Goebels

Hagen (ots) - Aus formalen Gründen hat Rot-Grün die Unterstützung der Schützen für den Aufstieg zum Weltkulturerbe blockiert. Eine Jury soll entscheiden - da will die Regierung nicht "hoheitlich hineingrätschen". Davon abgesehen, dass man sich soviel politische Zurückhaltung auch beim umstrittenen Hochschulgesetz oder Rauchverboten in Kneipen wünschen würde, sind die Gründe schlicht vorgeschoben. Die Grünen wollen nicht, dass uniformierte Schützenbrüder zum Weltkulturerbe erhoben werden. Monate vor den NRW-Kommunalwahlen bringen sie damit ihren sozialdemokratischen Partner in die Bredouille - unter den landesweit 570 000 Schützen sind nicht wenige Genossen. Schützenvereine haben eine historisch gewachsene demokratische Tradition. Heimatliebe, Bürgersinn und Gemeinschaftsgeist prägen die Philosophie des Brauchtums. Ohne die intensive Jugendarbeit und karitative Leistungen der Schützen wären die Gemeinden in Südwestfalen ärmer. Nicht nur finanziell. Das Hohe Lied auf das Ehrenamt hätte praktisch ausgefüllt werden können, wenn sich der Landtag geschlossen vor die Schützen gestellt hätte. Über diesen ideologischen Schatten konnten und wollten die Grünen aber nicht springen. Aus Koalitionsräson hat die SPD die grüne Abwehrhaltung gestützt. Selten war der Plenarsaal am Nachmittag so gut besetzt - Abgeordnete wissen nur zu gut, über welchen Einfluss die Bruderschaften in der Heimat verfügen. Wer das Engagement der Schützen kennt, dürfte wenig Verständnis für koalitionstaktische Winkelzüge mit dem Ziel aufbringen, den Riss in dieser Frage zu kaschieren. Die Aufnahme als Weltkulturerbe ist eine Anerkennung für die kulturelle Leistung. Die Schützenvereine haben sie verdient. Ohne Wenn und Aber.

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