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Westfalenpost: Kommentar zu Sterbehilfe/Gesundheit/Medizin/Justiz/Eine Sterbeklinik ist der falsche Ausweg/Leiden lindern/Von Nina Grunsky

Hagen (ots)

Einfach nicht mehr aufwachen, eines Tages nach dem 90. Geburtstag. So wünschen sich wohl die meisten den Tod, so kommt er aber höchst selten, geht vielmehr häufig mit Krankheit und Schmerzen einher. Und niemandem steht ein Urteil über diejenigen zu, die ihr eigenes Leiden um wenige Stunden, Tage, vielleicht auch Wochen abkürzen und das ohnehin bald unausweichliche Ende etwas früher herbeiführen wollen. Wer kann schließlich heute mit Bestimmtheit sagen, was er sich selbst einmal in dieser Situation wünscht? Und dennoch, so traurig die Einzelschicksale sein mögen, ist die aktive Sterbehilfe oder gar eine mobile Sterbeklinik, wie sie nun in Holland ihre Arbeit aufnimmt, kein Weg, den die Gesellschaft ebnen darf. Eben das Beispiel aus Holland zeigt, dass man den Anfängen wehren muss: Nicht nur aussichtslos Kranke, sondern auch Psychiatrie-Patienten, so nämlich die unfassbare Überlegung der niederländischen Initiatoren, brauchten Sterbehilfe, weil sie sonst grausame Methoden der Selbsttötung wählten. Dabei jedoch dürfen Ärzte nicht helfen (müssen). Es ist vielmehr ihre Aufgabe, Leben zu retten, Menschen zu heilen - oder ihnen wenigstens bis zum Tod beizustehen und ihr Leiden dabei zu lindern. Damit sie diese Aufgabe erfüllen können, muss in Deutschland die Palliativ-Versorgung sterbender Patienten, aber auch die Pflege schwer Kranker und Pflegebedürftiger weiter verbessert werden. Dann wird der Wunsch nach einem raschen Tod womöglich kleiner - und der Wille, das Leben bis zuletzt zu führen, in Ruhe Abschied zu nehmen, größer. Umgekehrt wird die Bereitschaft, Geld für hochprofessionelle Pflege und für teure Palliativteams aufzubringen, vermutlich sinken, wenn die wohl billigere aktive Sterbehilfe erst einmal erlaubt würde.

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Westfalenpost Hagen
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Telefon: 02331/9174160

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