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Westfalenpost: Ein starker Abgang

Hagen (ots) - Roland Koch verabschiedet sich aus der Politik Von Bodo Zapp Man muss ihn nicht mögen. Aber die Art seines Abgangs verdient Respekt. Ohne Not, ohne von Wählern den Laufpass bekommen zu haben, tritt Hessens Ministerpräsident Roland Koch von allen politischen Ämtern zurück. Einziger Grund, soweit bekannt: Mit 52 Jahren wolle er noch einmal etwas Neues beginnen. Er wird nicht hart fallen. Kochs Bewerbung um eine Führungsaufgabe in der Wirtschaft wird mit Sicherheit angenommen. Beim Gehalt muss er keine Abstriche befürchten, ganz im Gegenteil. Der selbstgewählte Zeitpunkt für den Ausstieg ist günstig: Nach der NRW-Wahl, vor dem Hessen-Parteitag der CDU, und die Kanzlerin ist gerade in der Wüste. Kameras und Mikrophone gehören alleine dem Machtpolitiker mit der scharfen Zunge, der selbst gerne den Platz von Angela Merkel eingenommen hätte. Auch für hohe andere Ämter war er stets Kandidat, doch Berlin wollte ihn einfach nicht rufen. Aufstieg verbaut, mit den jüngsten Sparvorschlägen eine Abfuhr geholt - warum sollte sich einer wie er das weiter antun? Nach elf Jahren hat das Geschäft des Ministerpräsidenten den großen Reiz verloren. Also: Klare Kante, und Tschüss!Die Union verliert mit Koch einen unbequemen Mann, der gerade deshalb ein wichtiges Glied in der Spitzenkette war. Die konservative Stimme wird fehlen, so umstritten er mit manchen Aktionen auch war. Nebenbei: Mit Stoiber, Merz und Koch ist nun der Dritte im Bunde der kritischen Fast-Großen weg vom Merkel-Fenster."Brutalstmöglicher Aufklärer", Lüge der "jüdischen Vermächtnisse" - auch diese dunkle Seite gehört zur Politikgeschichte eines Mannes, der öfter als andere Politiker sagte, was er dachte.

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