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Westfalenpost: Neuer Mann, neue Themen

Hagen (ots) - Christian Lindner stellt FDP breiter auf Von Lorenz Redicker Natürlich hat sich die FDP nicht von ihrem Vorsitzenden abgewandt. Auch wenn es zuletzt Sticheleien gegeben hatte. Minutenlang war der Beifall für Guido Westerwelle nach dessen Grundsatzrede, und überhaupt hat die Partei gerade sowieso keine Alternative zu ihrem Chef und Außenminister. Noch nicht. Denn da ist Christian Lindner. Der erst 31-jährige Generalsekretär hat nicht zufällig ein grandioses Wahlergebnis eingefahren. Lindner ist der neue Star der Liberalen. Er steht für die personelle wie inhaltliche Öffnung der Partei, die unter Westerwelle zuletzt allzu sehr zur Ein-Mann- und Ein-Themen-Partei (Steuersenkungen) mutiert war. Der mitfühlende Liberalismus, den Lindner propagiert, soll der Partei neue Wählerschichten zuführen. Und auf mittlere Sicht neue Koalitionsoptionen jenseits der Union eröffnen. Lindner agiert dabei nicht gegen den Parteichef. Westerwelle lobte in Köln nicht nur die liberale Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, sondern auch die Vorzeige-Bürgerrechtler Hirsch und Baum. Beide hatten in den vergangenen Jahren eher am liberalen Parteirand gestanden, nicht selten im Widerspruch zur Parteispitze. Dass die Öffnung der FDP schon bei der Wahl in NRW helfen wird, ist indes eher unwahrscheinlich. Das von Westerwelle aufgeführte Wahlziel "10+x" ist mehr als ambitioniert angesichts der jüngsten Umfragewerte, die Enttäuschung über den Rumpelstart in Berlin immer noch groß. Dennoch bleibt Lindners Kurs der richtige. Eine liberale Partei, die nichts als Steuersenkungen im Kopf hat, ist letztlich überflüssig.

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