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Westfalenpost: Wir sind nicht Papst

Hagen (ots) - Vor fünf Jahren wurde Benedikt XVI. gewählt Von Andreas Thiemann "Wir sind Papst!" - Der grammatikalisch etwas unsaubere Jubel-Slogan einer deutschen Boulevard-Zeitung ist in den vergangenen fünf Jahren zu einer Art Sympathie-Maßstab für Benedikt XVI. in seinem Heimatland geworden. Entsprechend verhalten fällt die Jubiläums-Freude jetzt aus, denn die vielfältigen Missbrauchs-Aufdeckungen haben eine bleischwere Last auf die katholische Kirche und damit auch auf den Papst als deren Oberhaupt gelegt. Heute gibt es kaum ein Land, das mit Benedikt ähnlich hart und unbedingt fordernd ins Gericht geht wie Deutschland. Dabei wird gern übersehen, dass Benedikt - ganz anders als sein geradezu demonstrativ polnischer Vorgänger - die eigenen nationalen Wurzeln im Sinne einer Weltkirche weit weniger betonen will. Benedikt XVI. ist in seinem Amtsverständnis eben kein deutscher Papst, allenfalls ein Papst aus Deutschland. Und auch deshalb wird es höchste Zeit, dass wir uns endlich von der fragwürdigen Phrase "Wir sind Papst!" verabschieden.

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