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Westfalenpost: Affäre mit Folgen

Hagen (ots) - Wüsts Fehler bringen Rüttgers in Bedrängnis Von Wilfried Goebels Es war nicht die erste Panne des Generals, aber es ist sicher seine letzte. Jürgen Rüttgers hat Hendrik Wüst gefeuert, weil dessen Fehler erstmals den Regierungschef selbst berührten. Der verärgerte CDU-Landeschef musste handeln und schasste seinen obersten Wahlkämpfer. Die Sponsoren-Affäre wurde zu gefährlich für Rüttgers. Seit Monaten produziert die CDU-Parteizentrale eine Flut von Negativ-Schlagzeilen. Wüst präsentierte sich als Meister der Fettnäpfchen. Als politischer Anspitzer war er von keinem zu übertreffen, die junge Parteigarde aber machte Fehler über Fehler. Für Rüttgers könnte der Termin für den Stabwechsel in seiner Generalität ungünstiger kaum sein. 77 Tage vor der bundesweit bedeutsamen Landtagswahl muss die CDU wieder schnell aus der Defensive kommen. Den von der Opposition verbreiteten Eindruck, die Politik in NRW sei käuflich, sollte der Regierungschef bald ausräumen. SPD-Herausforderin Hannelore Kraft äußert öffentlich den Verdacht, Rüttgers selbst habe früh von der ungewöhnlichen Parteienfinanzierung gewusst. Wenn sie die Vermutung mit einer Rücktrittsforderung verknüpft, ist das auch im Wahlkampf starker Tobak. Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, muss Fakten vorlegen. Der gefeuerte CDU-General hat seine Partei in Bedrängnis gebracht. Der mit dem Werbebrief vermittelte Eindruck, man könne sich mit einer Spende das Wohlwollen des Ministerpräsidenten kaufen, ist keine politische Petitesse. Manche Gratwanderung bei der Parteienfinanzierung ließe sich vermeiden, wenn die Parteien etwas bescheidener wären. Pressekontakt: Westfalenpost Redaktion Telefon: 02331/9174160 Original-Content von: Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell

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